Tipps:
Der Heidegarten als naturnahe Gartenform stilisiert die Natur, kopiert sie aber nicht.
Heide muß wie ein Organismus betrachtet werden. Bestimmte Voraussetzungen zu ihrer optimalen
Entfaltung müssen gegeben sein. Dazu gehören viel Licht, Luftbewegung und ein entsprechender Boden.
Bodenmodellierung:
Das heißt die Optimierung der Standortverhältnisse bezüglich Licht, Bodenfeuchte, Säuregrad und Luftbewegung.
Standort:
Die Wurzel wünscht einen gut humosen Boden, sehr durchlässig, vor allem der
Untergrund, aber dennoch nie austrocknend und sich nie erhitzend; Triebe und Laub
wollen viel Licht, aber Sonne höchstens stundenweise, es sei denn, die Pflanze steht
am Nordhang oder nahe eines rieselnden Baches. Erstaunlich gut wächst sie im Kübel oder Kasten.
Gliederung:
Heide ist Fläche, senkrechte Gehölze betonen die Fläche. Bei der Gehölzverwendung
unterscheidet man zwischen Begleitpflanzen zur Erstellung (z. B. Cornus kousa,
Corylopsis, Enkianthus, Abies nobilis ‚Glauca', Pinus parviflora ‚Glauca', Miscanthus-Sorten),
Gruppen zur Gliederung (z. B. Betula pendula, Skimmia, Kalmia) und Hintergrund-Gehölze
(z. B. Felsenbirne, großblumige Rhododendron, Taxus baccata u.a.).
Torfauflage:
Auf eine differenzierte Verwendung des Torfes achten, da viele Gehölze keinen Torf im Wurzelbereich vertragen.
Düngung:
In der Regel reichen 30-50 g Langzeitdünger / qm, etwas kohlensaurer Kalk und
Spurenelemente. Auf keinen Fall Nitrophoska geben, der sofort pflanzenverfügbar ist.
Pflanzung:
Pflanzenbedarf an Heide ca. 10 Pflanzen/qm. Die Pflanzen sollten etwas tiefer stehen,
als in der Kultur. Bei zu flacher Pflanzung kann der Wurzelballen durch Frost angehoben werden
und die Wurzeln reißen dann ab. Pflanzen einzeln angießen. Im Pflanzjahr empfiehlt sich eine
Abdeckung im Herbst mit Fichtenreisig.
Pflege:
Falllaub auf Heide kann Fäulnis verursachen. Eine N-betonte Düngung im Frühjahr führt
zu einem guten Jahreszuwachs. Schließt sich der Teppich des Heidegartens, reduziert man die
Düngung, um das Wachstum der Pflanzen zu verlangsamen. Der Schnitt erfolgt ab dem 2. Standjahr
regelmäßig im Frühjahr, nicht im Herbst, bei Winterheide nach der Blüte (Abgeblühtes zurück
schneiden). Die Pflanzen weisen dann sowohl einen Winterschutz als auch einen Winterschmuck auf.
Ein zu starker Rückschnitt bis ins alte Holz kann zum Absterben der Pflanze führen.
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